Archive for September, 2009

Harry Rowohlt

Dienstag, September 29th, 2009
Harry Rowohlt (Foto: Martin Kunze)

Harry Rowohlt (Foto: Martin Kunze)

Ich muss da unbedingt eine Veranstaltung empfehlen:

„Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald“
Neues von Pu in der Übersetzung von Harry Rowohlt

Bei Osiander in Reutlingen Wilhelmstraße 64,
5. November, 20 Uhr

Pfullinger Kellernacht 19.9.

Dienstag, September 29th, 2009

CIMG7410Fünf mal das halbstündige Programm „Heimat & Welt“, danach jeweils eine viertel Stunde Pause, fünf Mal Ernstsituation für unser durchaus komisches und skurriles Programm (wenn man das mal selbst so beschreiben darf), das ist ein sehr hoher Trainingseffekt bei fünf Mal unterschiedlichem Publikum. In den zwölf weiteren Kellern wurde von Pantomime, Kabarett, Theater, Comedy, Gesang, Musik, bis Poesie, Trommeln die fast komplette Palette möglicher künstlerischer Bandbreite geboten und die Stadt zur offenen Bühne erklärt. i’kuh, die Initiative für ein Kulturhaus in Pfullingen bemüht sich diesbezüglich seit 14 Jahren vergeblich, dieses Ziel zu erreichen, ist dafür eine umso erfolgreichere Veranstalterin, auch wenn nach einem solchen Event die vielen Mitarbeiter immer auf dem Zahnfleisch daherkommen. Es wäre schon hilfreich, wenn sich die Stadt, neben den hilfreichen Bauhofleistungen und einem Lob des Bürgermeisters, doch zu mehr Identifikation entschließen könnte, denn das Lob, was „die Pfullinger da machen“, steckt man doch allzugerne ein. Und die Presse? In beiden regionalen Blättern fanden sich Artikel, die leider weder in Bild, noch in Worten diesem kulturellen Großereignis gerecht wurden. Da wurde viel aus dem Flyer abgeschrieben, anstatt sich vor Ort selbst ein Bild zu machen. Schade! Denen, die dabei waren, war es jedenfalls ein unvergessliches Erlebnis. (Foto: Patrice Berard. Aus WaTüPfs „Country Roads“)(H.B.)

Spätnachrichten

Freitag, September 18th, 2009

c1 klein-IMG_7203c1 klein-IMG_7208.jpg2.0MBNach einem intensiven Probeabend mit TRIO WATÜPF für unseren Auftritt am kommenden Samstag bei der Pfullingen Kellernacht, schauten wir noch kurz im MAXIMILIAN in Reutlingen vorbei, wo seit gestern eine hochinteressante Kommunikationsinstallation von Oscar Barrientos zu sehen ist. In der MAX Bar, an sich schon ein Traum von Raum mit Backstein- und GusseisensäulenLook, schließt ein NetzWerk aus Schnüren den Raum nach oben ab, um ihn gleichzeitig frei zu geben für die Blicke nach oben. Aus diesem Gespinst lösen sich verschieden lange Schnüre, an deren Ende jeweils, mit einer Wäscheklammer befestigt, unzählige Zettel, Fotos, Mahnschreiben, Strafzettel, Rechnungen, Zeichnungen und viele Kuriositäten hängen, die Oscar Barrientos zuvor über eine Mailingaktion bei Freunden und Bekannten angefordert hatte. Jetzt hängt’s und will gelesen und entdeckt werden. Wer hat was geschrieben, hängt wo? Um zu einem Bekannten am anderen Ende der Bar zu gelangen, muss man durch Kunst und Kommunikation hindurchlaufen, wird aufgehalten, liest, hängt ab und auf und kommt vielleicht auf die Idee, dem Künstler und dem Kunstraum neue Exponate zur Verfügung zu stellen. Vor lauter Begeisterung vergaß ich zu fotografieren. Aber, ich hol’s nach! (H.B.) www.barrientos.de und www.maximilian-rt.de Fotos: Matthias Knodel

SWR „Fahr mal hin“ Reutlingen – ein Briefwechsel

Mittwoch, September 16th, 2009
Betreff: Heutige Sendung: Reutlingen
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Hut ab und Glückwunsch,
direkt und begeistert verließ ich sofort das Sofa, um meinen Gefühlsausbruch in eine E-Mail zu zwängen. Die Reutlingen-Sendung hat mir sehr gut gefallen, weil sie sowohl umfassend als auch selektiv, sowohl witzig und kreativ, was die Geistergeschichte angeht, wie auch jugendlich frisch (der Rapper) war. Einfach gut gemacht! Ich weiß – ehrlich gesagt – im Moment nicht, wen ich anschreibe, denn das ist wohl in dem Bereich auch ein SWR-Markenzeichen: Die Könner in der Anonymität verstecken! Ich würde mir wünschen, dass solche kreativen Leute wie Sie im Sender mehr machen dürfen, z.B. ein Kabarett- und Comedy-Format wie es die Bayern schon lange vormachen. Bei uns gibt es die „heilige Drei-Fröhlichkeit“ und keiner merkt, dass Helge Thun und sein Team seit drei Jahren Comedy vom Feinsten auf die Bühne bringen. So, das musste mal gesagt werden. Mehr dazu auf weblog von kulturprodakschn.de.

Herzliche Grüße und ein großes Dankeschön Helmut Bachschuster

und die Antwort:

  

Lieber Herr Bachschuster,

die Autorin, Ulrike Steinweh, und ich, die verantwortliche Redakteurin der Reihe aus Stuttgart, wir haben uns über Ihren Zuspruch sehr gefreut.
Auch dieser Film war in gewisser Weise ein Experiment, ein jüngeres Publikum anzusprechen, verbunden mit der Hoffnung, das ältere nicht zu verlieren. Insoweit schmückt diesen Film auch Ihr Lob.                                                                                                 Herzlichen Dank dafür- und bleiben Sie uns treu, es würde mich sehr freuen.

Herzliche Grüße, 

Michaela Funk

SWR-Fernsehen

Kultur & Unterhaltung/

Redaktion Fahr mal hin

Apropos Apostroph

Montag, September 14th, 2009

Früher gabe es Setzer und Drucker, die neben ihrem Handwerk auch die Regeln der Sprache beherrschten. Heute „bäckt“ IMG_6030.jpgunter2MBjeder seine Werbeplakate am eigenen PC und outet sich dann freiwillig in hoher Auflage. (H.B.)

Comedy Stube

Montag, September 14th, 2009

Sucht man bei SWR Fernsehen unter C nach Comedy, findet man nichts. Unter K stößt man dann auf Comedy & Kabarett. Klick. Ich lese: “ …11. September um 0.30 Uhr können Sie noch mal die Höhepunkte des Stuttgarter Kabarettfestivals mit erleben.“ Um 0.30 Uhr!!! Unter H erscheint „Hannes und der Bürgermeister“ und „Freunde der Mäulesmühle“. Das ist doch mehr als dürftig, denn wir haben in Baden-Württemberg doch – ohne den Kollegen von der Mäulesmühle zu nahe treten zu wollen – eine riesige Anzahl von qualitativ hoch stehenden Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich im Ländle, Bündle und der Welt unterwegs sind. Nur scheinen das die Verantwortlichen im SWR noch nicht bemerkt zu haben! Oder bemerken zu wollen? Anders der Bayrische Rundfunk, resp. Fernsehen: Beim 2. Klick ist man bei Kabarett & Comedy und bei einem festen wöchentlichen Sendeplatz, in der verschiedene Künstler ihr Format haben: Freitags um 22.30 Uhr. Das kann sich doch sehen lassen! Und der WDR? Ditsche, Stratmanns, Zimmerfrei, und bast, Funkhaus, um nur einige zu nennen. Da müssen wir uns in BaWü doch nicht verstecken! Die COMEDY STUBE füllt im Tübinger SUDHAUS nun schon seit drei (!) Jahren den Saal mit Künstlern aus der Region, der gesamten Bundesrepublik und der Welt, fördert Nachwuchskünstler, macht sich verdient um Poetry und zeigt seltene Kleinkunst. Liebe Leut vom SWR, aufwachen und der COMEDY STUBE ein FORMAT einrichten! Die Macher: Helge Thun als hervorragender Moderator im Team mit Udo Zeppezauer und Christine Prayon haben es, in Zusammenarbeit mit Seitzinger Kultur einfach verdient! Und das Sudhaus steuert eine bezaubernde Kulisse dazu bei. Auf geht’s!cs_logo www.comedystube.de und www.sudhaus.de (H.B.)

QuWahlKrampf (II.)

Sonntag, September 13th, 2009

Fast täglich erklären mir wildfremde Menschen in meiner Tageszeitung, warum sie wählen gehen. Immer oberlehrerhafter endet jeder Artikel mit der Wahlaufforderung, andernfalls… Oder die Gängelung kommt im Gewande des Tipps. So beispielsweise in den Reutlinger Nachrichten vom 12.9. In der Rubrik „Dies & Das“ über die derzeit in Reutlingen stattfindenden Heimattage, speziell den heutigen Umzug: „Doch da war noch was? Richtig – das TV-Duell der Kanzlerkandidaten auf vier Kanälen. Tipp deshalb: Merkel nur gucken und die Heimat lieber live erleben.“ Immerhin haben wir auch kritische Journalisten, die beispielsweise in der Printpresse darüber berichten, dass Wahlprognosen in den Internetplattformen ein teilweise völlig abweichendes Bild zeichnen und manchen Koalitionsbastlern eine andere Wirklichkeit erschließen würden, wenn sie’s denn interessierte! Und, dass NICHTWÄHLER durchaus politisch denkende Menschen sind, die sich einem „Weiter so! Wir haben die Kraft! Mehr von allem für alle“ zumindest dieses Mal demonstrativ verweigern. P.S. Ich habe heute „Heimat live erlebt“ und im Pfullinger Wald ein seltenes Lebewesen gefunden, den fleischfarbenen Knollennäsling (den lateinischen Namen kenne ich nicht). Er grinste selbstzufrieden, als wollte er sagen: „Wähle mich aus, nimm mich mit nach Hause und probiere aus, ob ich genießbar bin!“ Nicht mit mir! (H.B.)IMG_6028.jpg ausschn1

3. Pfullinger Kellernacht mit Trio WaTüPf

Freitag, September 11th, 2009

Ausschnitt2009 Pfullinger Kellernacht161Die 3. Pfullinger Kellernacht wirft ihre Schatten unter die Augen. Matthias Knodel, Eberhard Hermann und ich sind als TRIO WATÜPF mit dabei. Unser Halbstünder heißt „Heimat & Welt“. So viel sei schon verraten: Texte, Gesang, Comedy und Filme. Wir spielen im Keller des Brauereiausschanks Klostergarten. Mehr Infos gibt es noch auf der Homepage des Kulturvereins Initiative für ein Kulturhaus in Pfullingen, kurz i’kuh: www.ikuh-pfullingen.de

 

Abends wird’s wieder früher dunkel… oder „I sodd nach Florida“

Donnerstag, September 10th, 2009

Herbstahnung

Ich hab den Herbst gerochen:

faulendes Obst unterm Baum.

Fast nichts bleibt bald vom Sommer,

denn bald, ja bald ist rom er. (H.B.)

 

Florida

 

Abends wird’s wieder schneller dunkel,

und i schneggl mi beim Fernsehn en mein Debbich nai,

und morgens kratzed se scho a bissle Reif von den Scheiba,

kosch nemme länger im Nescht liega bleiba.

 

 

I sodd nach Florida, i sodd nach Florida,

i sodd nach Florida, denn do isch’s warm.

 

Die Sommergardrob kommt in da Kleiderschrank,

den zwoita Kühlschrank steck mr aus,

der Campari kriegt, wie äll Johr,  sei Winterpaus.

Dafür kaufe mr an Tee ein,

denn a heißer Tee isch, wenn’s kälter wird, einfach fein.

 

 I sodd nach Florida, (…)

 

Mir zwickt’s in de Glieder,

für nachts pack i da Schlafanzug wieder aus

und stell so nach und nach d’Pflanzen,

die net winterhart sind, wieder ins Haus.

 

I sodd nach Florida (…)

 

Aber der Wald isch abblättert und nemme bunt.

Ich seh des, denn i gang täglich mit em Hund.

Und drenna wird’s gmütlich,

und i du me amma Glühwein gütlich.

 

I sodd nach Florida, i sodd nach Florida,

träum i weiter, aber natürlich bleib i do,

weil, in Florida isch’s doch bloß heiß.

und der Schnee – wenn er kommt – und des Eis

ghörat halt au dazu, und i han mei Ruh und muss net auf dr Flieger.

No bleib’e halt daheim und wart auf dr Flieder.

 

I bleib von Florida, i bleib von Florida,

I bleib von Florida do.

 

Helmut Bachschuster 2002

auf der CD PRIMO PIATTO – Lieder von uns für Euch von Knodel/Bachschuster 

 

 

 

QuWahlKrampf – Wählen Sie, was Sie lesen wollen!

Mittwoch, September 9th, 2009

Vor über zehn Jahren brachte das Fernsehen einen Dokumentarspielfilm (hab leider den Titel vergessen), der mit der üblichen Hochrechnung um 18 Uhr (auf allen Programmen) begann. Nach und nach wurde deutlich, dass nur fünf Prozent aller Wahlberechtigten zur Wahl gegangen waren. Nun entstand hektisches Treiben: Wie sag ich’s meinem Zuschauer, sag ich ihm überhaupt etwas? Wird die weitere Sendung „staatstragend oder staatsbröckelnd“? Leider habe ich ihn nie wieder gesehen. Und gerade der Schluss des Filmes hätte mich interessiert. Der Stern, die Zeit und andere Publikationen bringen zum ersten Mal Artikel zur Thematik der Nichtwähler und stellen übereinstimmend fest, dass es nicht nur politisch uninteressierte Menschen sind, die sich der Wahl verweigern, sondern gerade Leute, die sich nicht mehr vertrösten lassen, an denen auch die moralische Keule der Nichtvergleichbarkeit (Wählen muss man! oder: In Afghanistan gehen Menschen unter Lebensgefahr zum Wählen) wirkungslos abprallt. Wenn nach der Wahl dann alle gewonnen haben und nur ihre Prozentzahlen begutachten und nicht die Beteiligung einbeziehen, wird sich mancher fragen lassen müssen, warum er sich zum Erfüllungsgehilfen neuer Machtkonstellationen hat machen lassen, die eh eine Politik machen, deren Auswirkungen man jede Woche in -zig politischen Magazinen mit geschwollenem Hals zur Kenntnis nehmen kann! AusschnittVHS1 300309151(Artikel aus Sonntag aktuell 29.3.2009 Ernst Elitz) (H.B.)