Posts Tagged ‘SWP’

Fundsache

Samstag, März 10th, 2018

Müsste es nicht heißen „aufs Wasser“?

So wird ein prächtiger Artikel …

Samstag, März 10th, 2018

… über die Tübinger Dialektforscher durch ein völlig falsches Beispiel (Das kommt von den eingesparten Lektorenstellen!) zur Lachnummer:

Aufgrund vieler Rückmeldungen gab es dann heute eine Korrektur:

Doch wie kommt es zu solch einem eklatanten Fehler? Darüber äußert sich die Redaktion nicht! „Es war (natürlich) der Löwenzahn gemeint.“ Soll wohl heißen: Was soll das Gekrittel? Eine Entschuldigung ist zwar nett, klärt aber nicht das Problem. Wir sind da wieder ganz dicht am „Tendenzschutz„, der unter anderem alle Kritik abwenden kann, z.B. in Leserbriefen, die sich gegen die Zeitung selbst richten. Wenn Teilredaktionen geschlossen, Arbeitsplätze reduziert werden, dringt dies in der Regel nicht bis zur Leserschaft vor. So sind sicher auch viele Recherchefehler einfach der Unterbesetzung geschuldet.

 

Soweit kommt’s noch …

Mittwoch, Februar 28th, 2018

„Gesetz – In Schweden sollen …

Samstag, Dezember 23rd, 2017

… Männer von Frauen künftig vor jedem Liebesakt die ausdrückliche Erlaubnis einholen – am besten schriftlich.“ Schreibt André Anwar in den Reutlinger Nachrichten vom 20.12. 2017. Prompt reagiert die deutsche Formular Druckbranche:

Quelle: VVGFH (Verband der vorauseilend gehorsamen Formularhersteller)

Gschmäckle

Dienstag, Dezember 19th, 2017

Es gab einmal einen Postminister Kurt Gscheidle, mit dessen Name sich des Schwäbischen nicht mächtige Nachrichtensprecher schwer taten. Sie sprachen ihn immer als „Gescheidle“ aus. Nun haben wir es mit dem schwäbischen „Gschmäckle“ endlich wieder einmal in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft, aber was macht der Herr Habermehl? Er schreibt das wunderbare Wort hochdeutsch. Nur Mut, Herr Habermehl, das geschriebene Schwäbisch lässt gewisse Freiheiten zu, da es nicht der Strenge des Dudens unterliegt. Und das hat kein Gschmäckle, wenn man’s schreibt, wie man’s spricht.

 

 

4. Juli Independence Day

Freitag, Juli 7th, 2017

Zeichnung: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 4.7.2017

aus „Gute Küsse – schlechte Küsse“ Reutlinger Nachrichten 4.7.2017

„Als bester Filmkuss aller Zeiten gilt übrigens „Casablanca“, in dem Humphrey Bogart als „Rick“ die zurückhaltende Ilsa (Ingrid Bergman) für sich einnimmt: Legendär Bogarts Satz „Ich seh‘ dir in die Augen, Kleines“, für den sich der 1,73 Meter-Schauspieler allerdings nur bedingt eignete: Um die 1,75 Meter große Ingrid Bergman tatsächlich von oben herab küssen zu können, musste sich Bogart auf ein Höckerchen stellen, was seiner tatsächlichen Größe keinen Abbruch getan hat.“

Neue Transparenz oder Unvermögen?

Freitag, Mai 5th, 2017

Reutlinger Nachrichten / SWP 5.5.2017

 

Die vielgepriesene Layoutumstellung der Südwestpresse ist ja schon ausführlich gewürdigt worden. Leider sind nun, wie befürchtet, die Senioren etwas auf der Verständnisstrecke geblieben. Lernen wir hier nun eine neue Pressesprache kennen, eine platzsparende Kurzschrift? Werden dem Leser die Entstehungsgeschichten der Zeitung transparent gemacht (Teaser)? Oder sind gar die letzten Redakteure durch sogenannte „intelligente Schreibroboter“ ersetzt worden (die laufend Namen verwechseln und Probleme mit der Rechtschreibung haben)? Ich rate dazu, den obigen Text nicht einfach zur Kenntnis zu nehmen, sondern zu lesen, laut zu lesen. Ja, im Kreise ausgewählter Zuhörerinnen und Zuhörer vorzulesen. Auch wenn’s schwer fällt. Es trägt garantiert zur Erheiterung bei und ist, nebenbei gesagt, bestimmt logopädisch wertvoll.

Die Südwestpresse verfeinert ihre Demenz-…

Mittwoch, März 22nd, 2017

…prävention. Wurden die bei Senioren besonders beliebten Kreuzworträtsel bisher bisweilen monatlich wiederholt (ich erinnere mich nicht mehr genau), wurden die Tests nun auf zwei aufeinanderfolgende Tage herunter gesetzt. Manch ein(e) Leserin/Leser wunderte sich wahrscheinlich darüber, wie schnell und fehlerlos sie/er im Stande war, die Rätsel ohne spicken zu müssen zu lösen.

Reutlinger Nachrichten vom 21. und 22. März 2017

Erschwerdend kommt hinzu, dass manch einer gar nicht weiß, dass an anderer Stelle der Zeitung eine Auflösung zu finden ist. Da bleibt dann manch eine Lücke im Rätsel bestehen. Außer, die Auflösung ist auf derselben Seite, was das Abschreiben dann doch erheblich erleichtert. Die Demenzprävention versteckt sich auch in Fließtexten (im wahrsten Sinn des Wortes!), wenn der Leser die Lücken zwischen einzelnen Worten selbst finden muss.

Das mag jetzt manchem Menschen pingelig erscheinen. Ist es auch. Und von Worttrennungen, die nur dem Primat des Zeilenfüllens folgen, will ich an dieser Stelle gar nicht reden. Schließen will ich mit einer Meldung, die dann doch noch etwas mehr Sorge bereitet: Intrige, wohin man schaut (!):

Antwort

Samstag, November 26th, 2016

24.11. 2016 (Anrede)

„… ihre Zuschrift hat uns erreicht, von einer Veröffentlichung sehen wir allerdings ab.“ Mit den besten Grüßen (…)

Jetzt bin ich noch am Überlegen, wie ich anworte. Es soll ja nicht unüberlegt sein.

Schuhschachteln oder das Zeitalter der Einfallslosigkeit

Donnerstag, September 15th, 2016

Vor etwa zwei Jahren erschienen Artikel zur Neubebauung eines innerstädtischen Areals, die schon auf dem Papier den Eindruck erweckten, den guten Architekten fällt nichts mehr ein, als den ehemals revolutionären Bauhausstil zum hunderttausendsten Mal zu reproduzieren.

Eine activ-group hatte dazu erste Bilder veröffentlicht, die das Schlimmste vermuten ließen: „Schuhschachtelarchitektur“, selbst wenn in der Nachbarschaft noch historische Giebelhäuser stehen.

http://www.activ-group.eu/activ/img/plan_bau/pfullingen.jpg

Man scheint sich dann doch noch zu einem angedeuteten „Giebelvortäuscher“ hinreißen zu lassen, was das Ganze nicht besser macht.

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Auch wenn es sich nicht um ein ganzes Potemkinsches Dorf handelt, so ist das Ansinnen, nämlich mehr zu scheinen als zu sein, im Ansatz erreicht. Abgesehen davon, dass diese Art von Giebel nirgendwo mit historischen korreliert, es ist ein Giebel wie die Fassade vor einem Westernsaloon, der die Bude oder das Zelt dahinter verdeckt. Das wird deutlich beim Betrachten einer Luftaufnahme von Jürgen Herdin: Flachdach bleibt Flachdach! Was soll also der Bluff?

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Ausschnitt

Ausschnitt

Es wäre wünschenswert, die Architekten würden an alte Traditionen anknüpfen und Baukünstlern wie Theodor Fischer nacheifern, der seine Bauten immer in Beziehung zu Stadtbild, Historie, Natur und Umgebung setzte. Dieses Prinzip auf heute zu übertragen hieße, Städtebau so zu entwickeln, dass die Innenstädte von Hamburg, Pfullingen, New York und wo auch immer, sich nicht irgendwann Charakter-los gleichen!