Posts Tagged ‘Gerhard Raff’

Ohne Titel, aber rot …

Freitag, September 16th, 2016

… und laufend

Zeichnung: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 13.8.2016

Zeichnung: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 13.8.2016

und außerdem feierte am 13.8. Gerhard Raff seinen 70. Geburtstag: Nochträglich die beschte Glickwensch!

Loriots MöpsInthronisation

Freitag, Mai 2nd, 2014

 

  Aus der Einladung von Gerhard Raff:

      

ZU KUND UND WISSEN:

 Le jour de gloire est arrivé :

       Die schreckliche, die mopslose Zeit ist nun zu Ende !

 

Zu den am 6. Mai 2014 auf 11 Uhr auf Nesenbachtäler Halbhöhenlage am Eugensplatz von der Führung der Landeshauptstadt Stuttgart unter Herrn Oberbürgermeister Fritz Kuhn angesetzten Loriot-Mops-Denkmal-Zusatz-Enthüllungs-Feierlichkeiten, einem in der bundesdeutschen und der Stuttgarter Stadtgeschichte bisher und wohl auch in alle Ewigkeit beispiellosen epochalen Festakt, wird hiermit jede/r redliche/r Steuerzahler/in herzlich eingeladen.

 

(ÖPNV: Linie U 15 Haltestelle Eugensplatz / Loriotdenkmal

Ab Bonatzbahnhof / Arnulf-Klett-Platz 10.45 h ● 5 Minuten ● 2,20 €

Ab Schlossplatz / Königsbau 10.46 h ● 4 Minuten ● 1,20 €

Ab Ruhebank / Fernsehturm 10.41 h ● 10 Minuten ● 2,20 €

Ab Bubenbad / Villa Reitzenstein 10.47 h ● 4 Minuten ● 1,20 €

Respectiefe fakultatiefe 60 € Schwarzfahrersolidaritätszuschlagszwangsabgabe)

 

Eintritt frei!

 

Festprogrammfolge zur feierlichen Inbetriebnahme des Mopses:

 

Musikalischer Auftakt:

Brass-Blas-Orchester des Eberhard-Ludwigs-Gymnasiums (1686)

unter der erprobten Leitung von Generalmusikdirektor Gereon Müller

 

Begrüßung und Moderation:

Jan Sellner, Stuttgarter Nachrichten

„Loriot ist unser!“

 

Ansprache:

Oberbürgermeister Prof. Dr. Fritz Kuhn

„Der gemopste Mops als Chefsache“

 

Grußwort:

Prof. Dr. Dr. h. c. Hellmuth Karasek

„O tempora, o Mops!“

Vorgetragen von Weltraumfahrer Dr. Dr. Ulf Merbold

 

Festvortrag:

Senator h. c. Christoph Sonntag

„Mops statt Mappus – Aufstieg und Fall eines Säulenheiligen“

3,33 besinnliche Sonntagsminuten

 

Wort zum Sonntag etceteri:

Bildhauer Uli Gsell

„Ein Mops ging in die Brüche…“

 

Enthüllung des volkseigenen Denkmals

unter dem vereinten Gebell sämtlicher anwesender ca. 12 Möpse

 

Thanksgiving to donators:

Dr. Gerhard Raff

„Ohne Kröten keine Möpse!”

 

Musikalischer Schlussakkord:

Ebelu-Brass-Blas-Orchester

 

 

Im Anschluss an die Feierstunde erhält jede/r bis zum Schluss ausharrende Teilnehmer/in derselbigen kostenlos einen Böbbel „Mops-Eis“ im Wert von 1 € – gestiftet vom benachbarten Eissalon „Pinguin“

 

Achtung: Die Veranstalter rechnen daher mit einer Überfüllung des (bereits bei der ersten Enthüllung an Loriots 90. Geburtstag überbordenden) Festplatzes durch die dankbare autochthone Bevölkerung selbst bei (nicht erhofftem !) schlechtem Wetter und müssen naturgemäß profigalaktisch jegliche Haftung für möglicherweise durch eventuelle Eistrieler entstehende Verschmutzungen der Garderobe ablehnen.

 

Amtlicher Hinweis: Um eine ordnungsgemäße und reibungslose Räumung des Eugensplatzes nach der Veranstaltung zu gewährleisten, werden im Auftrag und mit Genehmigung des „Amts für öffentliche Ordnung“ mehrere Mitglieder des

(ältesten deutschen) „Tierschutzvereins Stuttgart 1837“ mit Sammelbüchsen durch die Reihen gehen.

 

 

Thaddäus Troll…

Donnerstag, März 20th, 2014

… wäre am 18. März hundert Jahre alt geworden.

Zeichnung: H. Bachschuster

 

Dem Troll hätte es vermutlich gefallen: Volles Haus, alles was kulturell Rang und Namen besitzt, war dabei. Vorausgesetzt, man kennt die Szene…

Zutritt ins Stuttgarter Rathaus, Großer Sitzungssaal, nicht durch den Haupteingang, nein, durch den Seiten-, beziehungsweise den Hintereinhang musste sich die Jubiläumsgemeinde schleichen. Es hatte etwas Verschwörerisches. Immerhin gleich anschließend an die traditionelle Montagsdemo gegen Stuttgart 21, deren Geist nachhaltig in die Veranstaltung hineinwehte. Die Anstifter verteilten zu Beginn Thaddäus Trolls Schwäbischen Schimpfkalender, den zu benutzen ich mir überlegte („Suchen Sie sich etwas aus!“), als ein Großteil des Publikums sich während der Musik des TRIO BRILLANCE weiter angeregt unterhielt – es war ja nichts Klassisches, nur Jazz! Banausen! Ein hinter mir sitzendes Paar bedurfte meiner Frage, ob das (mit dem Reden) den ganzen Abend so weitergehen solle, um ihre Beredsamkeit einzustellen. Oberbürgermeister Kuhn begrüßte im Stile der bei Bürgermeistern (die um ein GRUSSwort gebeten wurden) so beliebten Vor-Hauptredner-Rede (Motto: Sie werden sehen, ich habe mir ebenso viel angelesen wie das, was Ihnen nachher der Hauptredner erzählen wird…). Die überwiegende Mehrheit der Gäste waren wohl S21-Gegnerinnen und Gegner, was am verhaltenen Applaus für Kuhn und seinem (im Programm noch N.N. genannten) Nachredner, dem stellvertretenden Ministerpräsident und Finanzminister Nils Schmid, abzulesen war. Reinhard Hübsch von SWR 2 moderierte witzig, spontan und schlagfertig. So muss Kulturmoderation aussehen! Jürgen Lodemann darf hauptreden und trollt sich ans Rednerpult und fesselnd durch Hans Bayers Leben und ehrt Troll, indem er für den politischen Literaten die Frage stellt: Welchen Standpunkt hätte der Meister zu STUTTGARTEISAZWANZIG bezogen? Und kommt zu dem vielbeklatschten (wenn auch logischen) Ergebnis: Troll hätte den Schiefbahnhof abgelehnt. Dies wiederum veranlasst Eberhard Jäckel, einen vom Tisch der Dreizehn, zu einem späteren Zeitpunkt gegen die Vereinnahmung Trolls für die Tiefbahnhofgegner zu protestieren. Tochter Manuela Bayer hingegen dankt dem Rednerfreund Lodemann und stellt sich ganz und gar hinter dessen Ausführungen. So verkörpern Literatur, Humor und kritischer Geist einen vermeintlich physisch Anwesenden, nicht zuletzt durch mehrere Einspieler seiner Stimme. In der anschließenden Gesprächsrunde kommen neben Manuela Bayer und Eberhard Jäckel auch der Biograf des neuen Troll-Buchs Jörg Bischoff und der langjährige Freund und Historiker, Literat und Benefizschwätzer (wie er sich selbst nennt) Gerhard Raff zu Worten, die ein, von Hübsch trollig moderiert (will heißen, Troll hätte es nicht besser können!), umfassendes Bild des Dichters, Kulturwissenschaftlers, Politikers und Menschen Hans Bayer zeichneten, eines Vorbildes, nicht zuletzt dank seines selbstkritischen Umgangs mit seiner Rolle in der Nazizeit. Zur Freude vieler Festgäste gibt Raff einem „gewissen abgewählten Politiker“, ohne ihn beim Namen zu nennen in authentisch schwäbischer Spitzfedrigkeit, noch eine auf den Pelz. Troll als Mensch und schreibendes Arbeitstier wird in den Erzählungen der langjährigen Sekretärin Eleonore Lindenberg lebendig. Mit dem Regisseur Alfred Kirchner, der die Aufregungen, Anfeindungen, aber auch die Begeisterung um das ins Schwäbisch übersetzte Geizkragen-Thema Entaklemmer Revue passieren ließ, schloss der Abend wie er begonnen hatte: Ein Großteil des Publikums schiss auf die hervorragende Musik des TRIO BRILLANCE, indem es begann, während der Musik den Saal zu verlassen, um sich möglichst schnell und unterhaltend den Maultaschen, Butterbrezeln und dem Wein zu widmen (koscht nix!) und sich sehen zu lassen und gesehen zu werden. Zum Glück wurde an diesem Abend dem Bedürfnis mancher, sich posthum in Trolls Ruhm zu sonnen, entgegen gesetzt, dass Troll zu Lebzeiten nicht selten schwere Anfeindungen auszuhalten hatte, was mit zu seinem Freitod geführt haben könnte. Was bleibt, ist der Impuls, sich mit einem politischen Literaten auseinander zu setzen, (und es macht einen höllischen Spaß!) das Schwäbische selbstbewusst und nicht tümelnd zu pflegen und den Bayrisch-Trachtlern des Wasenfestes und dem ignoranten SWR-Fernsehen auf die Füße zu treten, um einzufordern, mehr der durchaus vorhandenen kreativen und kritische Kultur aus dem Ländle ins Schaufenster zu stellen.

Loriot zum 90.

Donnerstag, November 14th, 2013

Zeichnung: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 12.11.2013

Es war eine würdige und lustige Denkmalenthüllungseinweihung, die Cajo Kutzbach schon so treffend beschrieben hat. Auch die Stuttgarter Zeitung liefert anschauliches Text- und Bildmaterial. Mein kleines Proteschtplakätle lag mir am Herzen und wurde durch die Tatsache, dass eine geplante hochkarätig besetzte Geburtstagsveranstaltung (u.a. Klaus Maria Brandauer) durch den SWR verhindert wurde, voll bestätigt. Meine Kritik trifft nicht, um das in aller Deutlichkeit zu betonen, die vielen kreativen und fleißigen SWR-Mitarbeiter, sondern eine Senderpolitik, die dem SWR den letzten Platz bei den Dritten beschert und keinerlei Willen erkennen lässt, mit den Zuschauern und Zuhörern in einen kritischen Dialog treten zu wollen.

Möpse durften natürlich nicht fehlen

Michael Gaedt musste unzählige Male erklären, dass es sich bei seiner Hundedame nicht um einen Mops handelt.

Im dritten Stock des schmalen Hauses wohnte Familie Bülow

Das Denkmal.

Die treibende Kraft war einmal mehr Gerhard Raff, der ankündigte, sich nur bedanken zu wollen, dann aber mit der Vorstellung und Laudatio bei all denen, der zum Gelingen des Denkmals und der Einweihungsfeierlichkeit beigetragen haben, einen loriotwürdigen Kulturbeitrag leistete.

Edizio:käpsele…

Dienstag, März 12th, 2013

… in der heutigen Ausgabe der Stuttgarter Zeitung. Sehr schön geschrieben. In der gleichen Ausgabe außerdem ein langer Artikel über Alex Köberlein, der wohl auch irgendwann hier nachzulesen ist, und außerdem die regelmäßige Kolumne von Gerhard Raff: Geballte Schwabenpower!