10. Oktober, Europäischer Tag der Restaurierung

GEA 8.10. 2021

Viele mittelalterliche Brunnen erscheinen heute in der Farbe des jeweilig verwendeten Steins. Bisher hatte ich mir dazu wenig Gedanken gemacht. Das war wohl nicht immer so. In der Zeit ihrer Entstehung kamen viele dieser Skulpturen farbig daher. Vielversprechend deshalb ein Artikel im Reutlinger Generalanzeiger, der am Beispiel einer Christopherusfigur des Uracher Marktplatzbrunnens die Entwicklung der Farbigkeit im Lauf der Jahrhunderte behandelte. Zwei namhafte Restauratorinnen gaben im ehemaligen Uracher Stadtmuseum Klostermühle umfassend Einblick in ihre Arbeit. Am originalen Christopherus (am Brunnen befindet sich eine 100 Jahre alte Replik) konnte man aus nächster Nähe die ehemalige Farbigkeit aus bewundern.

Abbruch

Die Liste von Abbruchgebäuden in Pfullingen ist lang: Die Klostermühle, die bei Bau des Gymnasiums der Garage für die Hausmeisterwohnung weichen musste, beinahe die Klosterkirche (hätte das nicht eine Bürgerinitiative verhindert), die Kunstmühle, um nur zwei Beispiele zu nennen. Im Nachhinein werden dann einzelne Geschichtsauslöschungen zwar bedauert, um unbeirrt bis in die Gegenwart munter und konsequent diesen Weg weiter zu gehen. Und sei es nur der unsachgemäße Umgang mit historischen Bauten, wie an der immer wieder verschobenen Restaurierung des Schlosses zu sehen ist. Selbstkritik ist selten zu finden, kann man doch, wie bei der Innenstadtsanierung mit Städtebaupreisen protzen, die vielleicht heutzutage nicht mehr verliehen worden wären. Die Druckfarbe des wunderschönen Jahreskalenders alter Pfullinger Ansichten (Ach, war das schön früher in Pfullingen!) ist noch nicht trocken, schon hat man wieder ein 250 Jahre altes Haus dem Erdboden gleichgemacht: Die Ziegelei Ecke Markt- und Kurze Straße. Eine inkonsequente Vorbereitung kann man privaten und öffentlichen Besitzern nicht vorwerfen: Es wurde einfach nie etwas renoviert. Irgendwann „kann man dann nichts mehr machen“. Außerdem dient der Abriss ja auch einem guten Zweck: Ein Mehrgenerationenhaus mit Kindertagesstätte soll an dieser Stelle entstehen. Vorschläge vor langer Zeit, an diesem Platz als Tor zur Innenstadt einen interessanten Platz zu gestalten und eine Touristeninformation zu beherbergen, scheiterten am fehlenden Bewusstsein für Tourismus und Stadtmarketing, vom Bewusstsein für Bürgerbeteiligung ganz zu schweigen. Wenigsten das historische Straßenschild und die Hausnummer konnte ich dem Stadtarchivar übergeben, der detailliert die Geschichte des Hauses recherchiert hatte.

Sense! Aber ...

 

… Fortsetzung folgt bestimmt!