Gastbeitrag aus der Reihe „Regionale Gedichte regional vergessen“

Es gibt viele Gedichte, die die Welt nicht braucht.
Aber trotzdem, sie sind nun mal da!
Und so fragen wir uns: Wohin mit unnützen Gedichten?
Es gibt nur eine Lösung: Im Sinne der gerechten Verteilung unnützer Gedichte wird hier und heute ein kleiner Teil dieser „Werke“ mündlich entsorgt.
Diese Warnung vorweg: Jede Suche nach einem Sinn ist sinnlos.
Die einzige Botschaft ist: Gelobt sei, wer vergessen kann!

Unter der Maßgabe „Regionale Gedichte regional vergessen“ hören Sie nun Kobers Neulich-Gedichte aus dem Zyklus „Beurener Thermalgedichte“:

Neulich wars, im Friedrichsbecken
Fanden Frauen in den Ecken
Reste noch vom Friederich
Er war wohl etwas liderlich.

Neulich im Caldarium
Fiel ein alter Opi um.
Dacht man erst, ihm sei‘s zu cald
Stellt man fest: Er war schon alt.

Neulich fingen im Salzstollen
Plötzlich Rentner an zu tollen.
Da stellt sich raus: Im Salzgemisch
war auch noch Koks und Haschischisch!

Neulich wollt am Wilhelmsbecken
Der A den B am Arsche lecken.
B hat aber wohlerzogen
Seine Hose hochgezogen.

Neulich wollt‘ der Bademeister
Jesus, oder ähnlich, heißt er
Tauchen, um nen Mann zu retten
Doch: Er blieb gleich oben stecken.

Neulich in der Nebelhöhle
Stank ne Frau nach ihrem Öle.
Doch als der Nebel sich gelichtet
War ihr das Öl nur angedichtet.

Neulich in der Thermengrotte
Flirtete die flotte Lotte
Ganz offen und mit langer Hand.
Die andern fandens allerhand!

Vielen Dank fürs Vergessen!

 

Mit freundlicher Genehmigung von Manfred Kober.

Bürgerbeteiligung in Pfullingen

 

 ROSTRA – ROST ra*! Ein kommunalpolitischer Stadtspaziergang

 Am Sonntag, 4. Mai 15 Uhr. Treffpunkt Disput 

 Ziel dieses und vielleicht weiterer kommunalpolitischer Stadtrundgänge ist die Stärkung von Bürgerbeteiligung , aus der sich konkrete Fragen und Wahlprüfsteine, beziehungsweise Themenbereiche ergeben, die für zukünftige Gemeinderäte und zur Bürgermeisterwahl Leid- und Leitplanken darstellen können.

 Die Einladung dazu ergeht an alle historisch und kommunalpolitisch interessierte  Menschen und solche, die sich in den Gemeinderat wählen lassen oder drin bleiben wollen, an Leute mit Humor, aber auch an solche, denen er abhanden gekommen ist. Deshalb eine Warnung: von der Teilnahme wird im Falle eines Humorlosigkeitsleidens oder chronischer Empfindlichkeit dringend abgeraten. Noch besser freilich ist vorurteilsfreie Teilnahme und offenes Ohr für die Anliegen und Gedanke der Teilnehmenden. Nicht nur auszuschließen, sondern gewünscht ist die Gefahr von erheblichen Nach- und Nebenwirkungen. Zur Sicherstellung von Nachwirkungen erhalten alle Teilnehmenden die „Pfullinger Ansichtskarte“, auf welcher sie ihre Ansichten zur Sache festhalten und bis 12. Mai an den EchazBoten/GEA in Pfullingen weitergeben können.

Idee und Realisierung: Manfred Kober

Auf jeden Fall und bei jedem Wetter findet der Umgang statt und wird circa zwei Stunden dauern. Zum Abschluss treffen sich die Beteiligten im Bürgertreff in der Großen Heerstraße, um ein weiteres Vorgehen zu besprechen.

 Mögliche Themenbereiche für Fragestellungen, Kritiken, Visionen und Perspektiven könnten sein:

  1. Kultur / öffentliches Leben, Städtebau
  2. Wirtschaft / Energie / Nachhaltigkeit
  3. Natur / Umwelt / öffentliche Anlagen / Grünzug
  4. Tourismus
  5. Bürgerorientierung,  Professionalität und Ehrenamt

 Die initiative ist bereits vor Jahren entstanden, ist nicht partei- vereins- oder konfessionsgebunden, sondern dient allein dem Zweck einer stärkeren Bürgerbeteiligung.

*Rostra war im alten Rom die Bezeichnung für die Rednerplattform auf dem Forum Romanum. Im Jahr 338 v. Chr. besiegten die Römer im Latinerkrieg den Stamm der Volsker und besetzten den Hafen Antium. Zeichen des Sieges waren die Schiffsschnäbel der besiegten Schiffe (Rostrum, Mehrzahl rostra), die am Rednerpult befestigt wurden. Im Schwäbischen bedeutet, den „ROST ra do“ etwas aufzudecken (und zwar mit der Drahtbürste…..)

Helmut Bachschuster

Der Bürgerbeteiligungspfulben ist eine Variante des offiziellen Pfullinger Stadtwappens.