Lahm & Dymowskij

Es sei dahingestellt, ob es sehr „geschickt“ von Philipp Lahm war, die Zustände bei Bayern München per Zeitungsinterview und nicht erst direkt bei den Verantwortlichen zu kritisieren. Objektive Beobachter jedenfalls stützen Lahms Kritik, Volkes Stimme steht auf Lahms Seite und die Bayernbosse giften. Der Inhalt der Kritik steht (noch) nicht zur Debatte. Fazit: Meinungsäußerung ist „Regelverstoß“ und wird ordentlich bestraft. An anderer Stelle in der selben Zeitung finde ich einen Artikel über einen russischen Polizisten, der in zwei Videobotschaften an Wladimir Putin Korruption und Willkür bei der Polizei angeprangert hat. Die Blogger feiern den Mut Dymowskijs, der inzwischen aus dem Polizeidienst entlassen wurde, weil „öffentliche Kritik an Vorgesetzten nach den ungeschriebenen Gesetzen des russischen Staatsapparats ein absolutes Tabu (ist)“ (Südwestpresse, Reutlinger Nachrichten 10. 11. 2009). Es bleibt zu hoffen, dass die hehren Worte von Präsident Medwedew anlässlich der Feiern zum Mauerfall in Berlin nicht einmal mehr durch die Nachricht vom Ableben eines Kritikers (was ja zumindest Philipp Lahm bei Bayern nicht zu befürchten hat) relativiert werden. (H.B.)

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