Bereits vor drei Jahren stellte ich an …

… dieser Stelle die Frage: Wie rom gehört die Brezel?

Nun widmete sich der GEA dieser Frage.

Fazit damals wie heute: Egal. Hauptsache, sie schmeckt! Ergänzen möchte ich: Aus Konsumentensicht liegt der Bauch zum Vertilger, um den Bauch aufschneiden und denselben mit dick Butter bestreichen zu können. Aus Produzentensicht liegt die Brezel nach dem Schlingen mit dem Bauch nach oben.

„Leser fragen“ …

… ist eine Rubrik im Reutlinger Generalanzeiger, die sich mitten im Sommerloch eines Phänomens angenommen hat, das seit Jahren als „blinkende Schlange“ mal über dem Georgenberg, mal über der Wanne oder im Bereich der Reutlinger Hochschule zu sehen war. Es handelt sich, wie glaubhaft versichert wird, weder um UFOs noch um Starlink Satelliten, sondern um LED Lichtobjekte, die von einem Zugsegel am Himmel gehalten werden. Nun ist es raus und hinterlässt bei mir das schale Gefühl der ungebetenen Auflösung eines Zaubertricks. Der Zauber ist, zumindest teilweise, dahin. Weil das Objekt so stabil über eine lange Zeit zusehen war, vermutete ich einen gasgefüllten Ballon. In der Reportage über die Entmystifizierung des Lichtobjektes bekamen wir im Gegenzug ein neues Mysterium:

GEA 22.8. 2023

Ortskundige fragen sich allerdings, wie ein Streifenwagen auf den „Gipfel“ des Georgenbergs kommt. Aus anonymer Quelle wurde dem Verfasser ein „Beweisfoto“ zugespielt, dessen Echtheit nun in weiteren Folgen der Reihe „Leser fragen“ überprüft werden kann.

Foto: Quelle unbekannt

Günther Rossipaul …

war kein Einfacher. Wohl aber ein Kenner von Erstausgaben: „Man hätte sich Rossipaul, der sich mit „ein Ross, ein I, ein Paul“ bekannt zu machen pflegte, gut bei „Wetten dass…?“ vorstellen können vor einer Wand mit tausend Büchern und der Aufgabe, in ein paar Minuten die darin versteckten fünf Erstausgaben herauszufischen. Er hätte es mit Bravour geschafft – und nebenbei vielleicht die Sendung gesprengt.“ (…) „Es ist eine Merkwürdigkeit dieser Stadt (Reutlingen. V. Onmir), dass sie ein paar dieser seltenen Prinzen vogelfrei beheimatet, ohne sie aber wahrhaft zu begreifen und dann als solche auch wertzuschätzen …“ (GEA 12. August 2023) War Günther Rossipaul bei einer Veranstaltung anwesend, war immer zu befürchten, dass durch seine Beiträge das Ganze aus dem Ruder lief. „Man hat den Kopf geschüttelt, hat ihn oftmals nicht ernst genommen, bisweilen verlacht, ist ihm mehr und mehr aus dem Weg gegangen.“ (ebenda). Und dann zog er weg aus Reutlingen.

Collage GEA Foto: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 12.8. 2023

Hoffnung

Reutlinger Generalanzeiger 31.5. 2023

Herr F. aus R. sprach als langjähriger Genussraucher sicher aus, was sich Millionen von Raucherinnen und Rauchern, wie auch divers Rauchende fragen: Wie sieht die neue Hilfe aus Tübingen aus, eine Hilfe, die vorgibt, als Raucher wieder jünger zu werden? Wann werde ich, jetzt über 70 Jahre alt wieder 60? (beziehungsweise 50, 40 etc., Zutreffendes einsetzen). Kommen auch Nichtraucher in den Genuss der Verjüngung? Man darf gespannt sein.

Es interessiert mich persönlich …,

… nein, ich frage nicht für einen Freund, ob der Reutlinger Generalanzeiger (GEA), mit seinem verständlichen Anliegen, Austragende (oder auch m/w/d) werben zu wollen, sich nicht eine gewisse Diskriminierung zu Schulden kommen lässt, indem er ein gekauftes Adobe Stockfoto druckt, das diese Zielgruppe als einen Mann mit irrem Blick, Perücke und Bademantel verunglimpft? Vermutlich sollte es „Humor“ sein. Gleichzeitig bedanke ich mich bei den vielen Austrägerinnen und Austrägern, die frühmorgens die Zeitungen in die Briefkästen stecken!

Dauereigenwerbung im GEA

Quo vadis GEA?

Fotocollage: V. Onmir, Rabenkalenderrückseite 20.1. 2023

Seitdem Damian Imöhl beim Reutlinger Generalanzeiger (GEA) Chefredakteur ist, wird am äußeren Erscheinungsbild zunehmend sichtbar, wo Herr Imöhl früher arbeitete: Bei der „Bild-Zeitung“. Dies zeigt sich u.a. darin, dass die „Bild“ häufig als Quelle zitiert wird, aber auch darin, dass Vermutungen („Mordverdacht“) schreierisch als Aufmacher verwendet werden. Das ist kein seriöser Journalismus!

Schon vor einem Jahr wandte ich mich an den Chefredakteur, ohne jemals eine Antwort darauf bekommen zu haben:

„Sehr geehrter Herr Imöhl,

mit Interesse habe ich gelesen, dass Sie „unser“ neuer Chefredakteur sind. Für Ihre Aufgabe wünsche ich Ihnen alles Gute und uns als Abonnenten eine funktionierende Kommunikation. In letzter Zeit war das nicht immer möglich. Ich will gleich vorausschicken, dass ich der Boulevardpresse schon immer sehr kritisch gegenüber stehe und hoffe, dass Ihre bisherige berufliche Tätigkeit bei Bild sich nicht negativ für den GEA auswirkt. Im Briefwechsel mit der Leserbriefredaktion (vom 10.12. 2021 siehe Anlage) ging es mir darum, dass der GEA in verstärktem Maße die Bild-Zeitung zitierte und ich als Beispiel für unseriöse Berichterstattung genau den Inhalt des Artikels „Absolut unglücklich“, den der GEA am 29. Januar 2022 veröffentlichte, in meinem Leserbrief thematisierte. Wie aus der Antwort ersichtlich, hat man sich wenig Mühe gegeben, Gegenargumente zu benennen, sondern Kritik am GEA selbst unterbunden. Ich würde mir einen offenen und umfangreicheren Umgang mit Leserbriefen im GEA wünschen, ähnlich, wie es das Tagblatt in Tübingen praktiziert. Dabei bin ich durchaus der Meinung, dass man nicht alle Leserbriefe abdrucken darf, insbesondere wenn sie gegen demokratische Regeln verstoßen.  Wir wünschen uns eine Lokal- und Regionalpresse, die in Bild und Text ihren Verbreitungsraum widerspiegelt, bei den Fotos statt Stockfotos die der „eigenen“ Fotografinnen und Fotografen veröffentlicht und uns vor ganzseitigen Tübinger Toren und Lichtensteinen als Füllseiten verschont.“

Mit freundlichen Grüßen (…)“