Es ist vollbracht

Heute zu früher Stunde begannen die Mitarbeiter des Pfullinger Bauhofs mittels Hubsteiger und Motorsägen, das von Vereinen, die sich „kulturtreibend“ nennen, initiierte und vom Gemeinderat abgesegnete Kulturhausprojekt auf den Weg zu bringen. Von den Verantwortlichen wohnte niemand der Fällung bei und auch aus der Bevölkerung verloren sich nur eine Handvoll Menschen am Tatort.

Mit Totenglöckchen, Trauerkleidung und Plakaten brachten doch einige Leute ihr Missfallen zum Ausdruck.

Mehr zum früheren NESKE Verlag.

 

Letzte Kontakte mit …

…der noch lebendigen Schwarzkiefer.

Nein, es ist kein Baumumarmritual, sondern ein letztes Vermessen eines Riesen.

Es war ein einstündiger Schlagabtausch, vor Allem mit dem Architekten Thomas Bamberg, zum Teil heftig, der keine Einigkeit brachte. Höchstens bezüglich der Einschätzung, dass die Kiefer bei der Ausführung des Baues auf diese Weise, nicht überleben wird. Mit dem Unterschied, dass ich dies vor ca. acht Jahren als Argument gegen das Kulturhaus vorbrachte (und beschwichtigt wurde), Thomas Bamberg es wusste, aber erst veröffentlichte, nachdem das Projekt in trockenen Tüchern war. Somit halte ich meinen Pinocchio-Vorwurf aufrecht. Aber jetzt ist der Zug naus, etliche Leute haben sich bei mir bedankt, aber den meisten Pfullingerinnen und Pfullingern scheinen Kloster, Anbau, Klosterkirche, Kiefer, Mauer und Kulturhaus völlig egal zu sein. Deshalb wäre es schön, wenn zur Fällung am Freitagmorgen möglichst viele Menschen ihre Betroffenheit durch ihr Erscheinen zeigen würden!

Bürger fragen …

…in der Gemeinderatssitzung heute, 8.2. 2022

Tagesordnung Punkt 1. Einwohner fragen (ich)

„Das letzte Mal, als ich die Fragestunde bei einer Gemeinderatssitzung wahrnahm, war meine Frage, gerichtet an Bürgermeister Schrenk, kurz: Beabsichtigen Sie, bei der nächsten Wahl wieder anzutreten? Und, wenn ja, ……….. warum?

Inzwischen hat sich glücklicherweise ein konstruktiv-kommunikativer Umgangston durchgesetzt und eine positive Streitkultur ist möglich. Dafür sind wir Pfullinger Bürgerinnen und Bürger dankbar. Aber…..

Meine Fragen heute betreffen die Kulturhausbaustelle an der Klosterkirche. Wie kann es sein, dass die Öffentlichkeit erst mit Einladung zur Bürgerinformationsveranstaltung zum 19.1. und Veröffentlichung im GEA am 21.1. 2022 erfuhr, dass die Kiefer, die bis zu diesem Zeitpunkt noch, wie auch die Mauer samt Tor, alle veröffentlichten Pläne verschönern durfte, eine Schwarzkiefer, ca. 100 Jahre alt und 25 Meter hoch, gefällt und die Mauer abgebrochen wird? Unterfrage: Wittere ich Absicht, Tatsachen immer erst zu dem Zeitpunkt bekanntzugeben, an dem nichts mehr zu ändern ist? Hätte der Gemeinderat auch unter diesen Voraussetzungen zugestimmt? Wurden diese Probleme jemals fachkundlich untersucht? Wurden Forst und Landschaftsplanerexpertisen einbezogen? Wie passt das in eine Zeit, in der wir zunehmend sensibel für Klima- und Denkmalschutz geworden sind? Kriegen wir nicht mit dem Argument von ausfallenden Zuschüssen die Pistole auf die Brust gesetzt, weil jetzt alles so schnell gehen muss? Können wir dagegen nicht eine Lösung anstreben, jetzt noch Änderungen vorzunehmen, die Baumschutz mit Umbauten zur vollständigen Nutzung der Klosterkirche verbindet? Ist da ein Wille vorhanden, mit dem Zugeben von Fehlern, oft vorherrschende Politikverdrossenheit aufzuhalten und damit das Vertrauen in Kommunalpolitik zu erhöhen? Ich hoffe auf ein Einsehen in letzter Minute und garantiere: Pfullingen wäre ein leuchtendes Vorbild!

 

Letzte Frage: Was ist an dem Gerücht, dass am Freitag schon die Kiefer gefällt wird?“

Die Fällung am Freitag und Samstag wurde durch Bürgermeister Wörner bestätigt. Morgen soll eine Zeitungsmeldung folgen.

 

Auflösung

Ms und Ths Antworten waren natürlich in ihrer ALLGEMEINHEIT richtig, im KONKRETEN leider unzulänglich. Die richtige Antwort wäre STUHLSTEIGE gewesen, eine Albsteige zwischen Pfullingen und Gengingen, 1919 bis 1921 als Notstandsmaßnahme gebaut. Sie entstand nach langen Querelen seitens der Genkinger, die wohl etwas gegen die bessere „Erreichbarkeit“ hatten. Der Name stammt aus einer Zeit, in der die Älbler wegen Rechtsstreitigkeiten nach Pfullingen zum Gerichts(stuhl) mussten. Derzeit ist die Steige wegen Felssicherungsmaßnahmen und Forstarbeiten gesperrt und erinnert an einen Waldweg. Mit Leitplanken (s.u.) wäre die Auflösung einfacher gewesen. Danke fürs Raten. Ich werde mich bei Gelegenheit mit einem persönlichen Handschlag bedanken.

Nachlese Streetart Festival Urbana.rt

Erstaunlich, was da in zwei Tagen entstanden ist, begleitet durch einen bemerkenswerten GEA-Artikel. Ich könnte mir Ausführlicheres in diese Richtung vorstellen und eine Vertiefung dieser Art lokalen Journalismus‘ kann nicht schaden.

Sascha Foelix und Florian Gradinger aus der Reutlinger Partnerstadt Aarau

„Urban Fridge“ von Mako und Bamse aus Stuttgart

Robin Wienhold. Beeindruckend seine ganz eigene Art der Vorskizzierung.

Mango

Zunehmend nehmen auch Städte diese Art von Art (Kunst) wahr. Schon lange kann man beispielsweise in Brüssel auf eine Comic Tour gehen. Und Mannheim wertete einen ganzen Stadtteil auf.

Ich könnte mir das auch für Reutlingen und Pfullingen vorstellen:

Pfullingen, Arbachstraße

Bild: Mango. Montage: V. Onmir

Zeichnung: V. Onmir

Zeichnung: V. Onmir

 

Rathausneubau Pfullingen

110 Architekturbüros hatten sich beworben, 15 kamen in die engere Auswahl. Natürlich waren auch wieder etliche „Schuhschachtel-Entwürfe“ dabei, Entwürfe, die in letzter Zeit fast überall, bar jeglichen Umgebungsbezuges zu ihrem Umfeld, platziert werden.

Dazu im Gegensatz hatte es das Büro Eberhard Wurst, dessen Entwurf den Wettbewerb gewann, verstanden, ganz im Sinne Theodor Fischers, von dem in Pfullingen u.a. die Pfullinger Hallen und der Schönbergturm zu bewundern sind, Bezug auf „Umgebung, Geschichte und Landschaft“ zu nehmen.

Der Hauptzugang zu den nun verbundenen Rathäusern wird über einen Verbindungsgang gelöst, der kurze Wege zwischen zwei Straßen und dem Parkplatz schafft und mit seinen Torbögen Bildbezüge zu den Toren des Altbaus herstellt. In einem Begleitblatt zum Exposé werden außerdem historische Vergleiche gezeigt, deren Details sich in Fenstern, „Kamin“ (Lichtschacht und Entlüftung) wiederfinden:

Außerdem ist das Problem „Bürgerbüro kontra Bäckerei/Café“ gelöst, indem die Bäckerei an ihrem markplatzseitigen Standort verbleibt und das Bürgerbüro barrierefrei „ums Eck“ seinen Platz findet.Die von vielen Bürgerinnen und Bürgern vor dem zweiten Wahlgang zur Bürgermeisterwahl als „durchgepeitscht“ empfundene Abstimmung im Gemeinderat, das Bürgerbüro in die Bäckerei/Café zu verlegen, hatte in letzter Zeit für großen Unmut gesorgt und über 2000 Unterschriften gegen das Ansinnen erbracht. Bürger/innenbeteiligung ist leider in Pfullingen immer noch ein Thema, das von etlichen Gemeinderäten als Bedrohung empfunden wird. Die Hoffnung, dass es unter dem neuen Bürgermeister Stefan Wörner endlich in die Wachstumsphase kommt, keimt (um im Bild zu bleiben).

Ein Opfer ist allerdings zu beklagen: Das historische Gebäude (rechts im Bild) muss sich in die Pfullinger Abrisstradition einfügen.

Bürgerbeteiligung

Wird die Bürgerschaft laufend übergangen, weil sich Gemeinderat und (ehemalige) Bürgermeister nicht dazu bekennen wollen, bricht sich Bürgermeinung halt auf ihre Weise Bahn. Mit dem kurz vor der Bürgermeisterwahl noch gschwend durchgepeitschten Beschluss, den Bäcker samt Café auf die Straße zu setzen, um dort das Bürger- oder Stadtbüro zu platzieren, zeigten sich Pfullingerinnen und Pfullinger nicht einverstanden und trafen sich zu einem Fototermin, sammelten Unterschriftinnen und Unterschriften. Inzwischen hat sich der neu gewählte Bürgermeister Wörner positiv zum Anliegen geäußert und auch das Rathaus signalisierte, das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen. Über 500 Unterschriften sind bereits gesammelt, die Marke 1000 wird angepeilt.

Textskizzen für den Fototermin: H.B., Rabenkalenderrückseite 11.6. 2021